Mit diesem Festival Konzept soll der performative Aspekt von Frauen in Männerkleidung zelebriert werden.

Die lange Geschichte der inszenierten Überschreitung von Geschlechtergrenzen konnte sich im Bewusstsein der Öffentlichkeit bisher hauptsächlich in Bezug auf Männer in Frauenrollen niederschlagen.

Jedoch gibt es auch eine lange Tradition der spielerischen Kostümierung und Inszenierung von Frauen in Männerrollen. Für diese hat sich der Begriff "Hosenrollen" eingebürgert.

Diese Art der Verkleidung hat eine sehr lange Bühnentradition.
Sarah Bernhardt spielte Hamlet, Peter Pan wurde immer von Frauen dargestellt. Innerhalb der Vaudeville, Varieté und Cabaret- Geschichte standen wiederholt Frauen in Hosenrollen auf der Bühne.

Als das Medium Film aufkam, wurde der Kleider/Rollentausch auch hier thematisiert. Asta Nielsen spielte 1921 den Hamlet auf der Leinwand. Weitere neue und alte Beispiele wird es in unserem Film-Programm geben (siehe gesonderte Seite).
In den letzten fünfzehn Jahren hat sich ein völlig neues Phänomen innerhalb der Cabaret-, Theater-, Comedy- , Clubkultur und im Speziellen in der SchwullesBischen Kultur, entwickelt: Frauen, die Männer spielen und sich Drag Kings nennen.

Der Begriff Drag King (Frauen in Männerkleidung bzw. -rollen) wird seit etlichen Jahren als Pendant Begriff zur Drag Queen (Männer in Frauen-Kleidern/Rollen) benutzt.
Der Begriff Drag Queen stammt laut A. Binder und S. Benedek aus "Was ihr wollt" von Shakespeare. Der Mann im Fummel, die Fummel-Königin.

Drag Kings haben sich in den letzten Jahren zu starken PerformerInnen entwickelt, welche sich mit den Thematiken Identität und Repräsentation von Frauen in dieser Gesellschaft beschäftigen und für ihre Ideen eigene Darstellungsformen entwickeln
Die zunehmende Bühnenarbeit der Drag Kings läuft parallel zur Entwicklung von Gender Studies-Studiengängen an wichtigen Universitäten in den USA und Europa.